Zum dritten Mal in Folge hat LAVOIX das IP-Barometer erstellt, eine große jährliche Studie über die Praktiken im Bereich gewerbliche Schutzrechte (intellectual property/IP) in französischen Unternehmen. In diesem Jahr haben 123 IP-Fachleute den zu Jahresbeginn online gestellten Fragebogen ausgefüllt.

 

Neben den Aspekten, die jedes Jahr untersucht werden, sollte die Umfrage 2014 strategische Aspekte beleuchten, insbesondere wie IP-Strategien und die allgemeine Strategie der Organisationen ineinandergreifen.

 

Aus der Ausgabe 2014 können unter anderem folgende Lehren gezogen werden:

 

Die Wahrnehmung der IP als strategische Herausforderung bestätigt das Wachstum von 2013. Wenn man fragt, ob die IP-Rechte in der Agenda der Geschäftsleitung ausreichend berücksichtigt werden, erhält man dennoch unterschiedliche Antworten. Dies spiegelt sich auch nicht unbedingt durch eine hohe Position der IP-Leiter/-Verantwortlichen im Organigramm wider. Die Sensibilisierung ist daher Bestandteil der größten Herausforderungen der IP-Funktion (bei den operativen Mitarbeitern noch stärker als bei den Entscheidungsträgern).

 

Die Teilnehmer verbringen sehr wenig Zeit mit Strategiefragen und würden sich gerne mehr damit beschäftigen. Die Kriterien für die Leistungsbewertung der IP-Funktion sind außerdem eher operativer als strategischer Natur. Die Umfrageteilnehmer sind insgesamt sehr gut über die wichtigen strategischen Achsen ihrer Organisation informiert, weniger jedoch über die Marketing-Aspekte der Strategie und das Umfeld, in dem ihr Geschäftsbereich sich bewegt. Weniger als die Hälfte der Teilnehmer habe die IP-Strategie in ihrem Geschäftsbereich formalisiert und weniger als ein Viertel hat zu diesem Zweck einen strategischen Planungsprozess abgeschlossen.

 

Entsprechend den Ergebnissen früher durchgeführter Studien erkennen die befragten Verantwortlichen an, dass es sehr viele potenzielle Ziele gibt, die die Eintragung gewerblicher Schutzrechte rechtfertigen, deren Hierarchie jedoch noch immer stark ausgeprägt ist.

 

  • Mit der Patenteinreichung werden offensive und defensive Ziele verfolgt. Einerseits nutzen Unternehmen Patente, um sich vor Nachahmung zu schützen, also im Hinblick auf ein Nutzungsmonopol. Andererseits reichen Sie aber auch Patente ein, um den Stand der Technik voranzutreiben und die Patenteinreichungen durch Konkurrenten oder das Risiko eines Angriffs durch Produktfälschung einzudämmen.

 

  • Die Marke ihrerseits wird zunächst als ein Weg zur Imageförderung eines Unternehmens gesehen. Ebenso interessant ist die Feststellung, dass der Charakterisierung der Produkte des Unternehmens und dem Kampf gegen Nachahmung höhere Bedeutung zukommt als den „Marketing“-Zielen der Marke – die stärkere Positionierung des Produkts bildet hier eine Ausnahme.

 

  • Stellt man schließlich die Frage nach allen gewerblichen Schutzrechten, entfallen die höchsten Wertungen auf die Möglichkeit der freien Nutzung. Die Möglichkeit, ihre Produkte von anderen abzugrenzen, steht für die Umfrageteilnehmer an zweiter Stelle. „Eintrittsbarrieren errichten“ oder sogar „Konkurrenten vom Markt verdrängen“ sind Ziele, die ebenfalls hohe Werte erreichen. Die Stärkung der Verhandlungsmacht durch den Besitz eines Portfolios an gewerblichen Schutzrechten wird ebenfalls als wichtiges Element anerkannt.

 

Eine detailliertere Untersuchung der die IP-Strategien beeinflussenden Faktoren zeigt, dass keinerlei statistisch bedeutende Korrelation zwischen den verschiedenen Funktionen der gewerblichen Schutzrechte und der Größe der Struktur besteht. Bei der Begründung der Patenteinreichung ist ebenfalls kein Unterschied zwischen den verschiedenen Technologietypen erkennbar, wobei die Branchen, die eher mit komplexen Technologien arbeiten (voneinander abhängige Technologiesysteme) dem Besitz von Patenten in R&D-Partnerschaften zur Stärkung der eigenen Position höhere Bedeutung beimessen. Sie sind es auch, denen die Bewahrung der Nutzungsfreiheit etwas wichtiger ist (nicht blockiert werden, Cross-Licensing-Abkommen) als der Schutz gegen Nachahmer, sowohl bei Patenten als auch bei gewerblichen Schutzrechten insgesamt.

 

Die Rolle der Marke wird in den hauptsächlich auf B-to-C ausgerichteten Branchen höher bewertet als in den auf B-to-B-konzentrierten Branchen – ein logisches Ergebnis angesichts der Bedeutung von Marken in der Beziehung zum Verbraucher. Lediglich die Auswirkungen auf die Produktpositionierung und die Begleitung von Internationalisierungsstrategien scheinen im Bereich B-to-B wichtiger als bei B-to-C.

 

Alle Ergebnisse aus dem Jahr 2014 stehen im Bericht zum IP-Barometer zur Verfügung, den Sie durch einen Klick auf diesen Link herunterladen können. (Nur französisch Version)

 

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an communication@lavoix.eu

 

FWas ist das IP-Barometer?

 

Gewerbliche Schutzrechte (intellectual property/IP) haben sich zu einem echten strategischen Aktivposten des Unternehmens entwickelt. Daher verändern sich die Funktion und die Herausforderungen, denen sich der IP-Verantwortliche stellen muss, ständig; vor allem im Hinblick auf die Verwaltung der IP-Aktivitäten, der Zusammenarbeit mit den anderen Geschäftsbereichen des Unternehmens und auch der hierarchischen Einordnung.

 

Deshalb hat LAVOIX 2012 die Erstellung des IP-Barometers beschlossen, um die IP-Verantwortlichen bei der Optimierung ihrer Tätigkeit zu unterstützen. Ziel ist es:

  • Den IP-Verantwortlichen Informationen und Werkzeuge an die Hand zu geben, durch die sie die IP-Verwaltung verbessern können,
  • Bei den Akteuren im Unternehmen Wertschätzung für IP zu schaffen und die Beziehungen zu den internen (vor allem den Generaldirektionen) und externen Stakeholdern zu optimieren.

 

Methodik des IP-Barometers:

 

Der Fragebogen des IP-Barometers wurde zwischen dem 15. Januar und dem 5. März 2014 unter dem Link www.barometredelapi.com online gestellt und per E-Mail an über 800 IP-Verantwortliche in Frankreich und an die 4000 Mitglieder der Association Française des Juristes d'Entreprise versandt.

 

Der Fragebogen wurde online automatisch mit der CAWI-Methode (Computer Assisted Web Interviewing) administriert. Die Umfrageteilnehmer sind alle IP-Verantwortliche aus Unternehmen oder Behörden. Die Antworten sind streng anonym.

 

LAVOIX ist die erste Kanzlei, die sich in Frankreich ausschließlich mit gewerblichen Schutzrechten (intellectual property/IP) beschäftigt.  Mit knapp 200 IP-Fachleuten, darunter 80 Rechtsanwälten, IP-Beratern, Ingenieuren und Juristen unterstützt LAVOIX seine Mandanten in jeder Hinsicht beim gewerblichen Rechtsschutz (Patente, Marken, Geschmacksmuster, Urheber- und Domain-Namensrechte) in allen Geschäfts- und Technologiebereichen.

 

Association Française des Juristes d’Entreprise: In der AFJE sind knapp 4000 Unternehmensjuristen aus 1300 Firmen organisiert. Die AFJE ist die erste professionelle Organisation der Unternehmensjuristen in Frankreich, ein  strukturiertes und aktives Netzwerk für Ausbildung, Karrieremanagement und Standesvertretung gegenüber staatlichen Stellen.

 

Ansprechpartner:

Lionel DESCHAUX, Leiter Marketing, Kommunikation und Business Development

deschaux@lavoix.eu

Tel.: + 33 1 53 20 14 20

Zurück zur Liste